10 Regeln bei der Planung und Beratung im Bauwesen und Brandschutzconsulting

Berufsberechtigung als Planungsbüro belegen lassen - Berechtigung zur Planung ist elementar

Auch, wenn es eine Vielzahl an Sachverständige gibt, sind es deutlich weniger mit aufrechter Berufsberechtigung. Nur Unternehmen, die auf Grundlage eines Österreichischen Berufsrechts (z.B. Ingenieurbüro oder Baumeister nach GewO oder Ziviltechniker nach ZTG) über die Planungsberechtigung verfügen, dürfen auch wirklich planen und beraten.
Beeidigungen (z.B. Tätigkeit als gerichtliche oder nichtamtliche Sachverständige in Behördenverfahren) sowie Zertifizierungen (z.B. Prüfanstalt, Prüfstelle oder Inspektionsstelle nach Akkreditierungsgesetz) stellen keine Berufsberechtigung für Planungs- und Bauleistungen dar. Beratungen und Planungen durch derartige Institutionen sind nicht zulässig und eigentlich "Pfusch".

Fachkompetenz belegen lassen - Befähigung hinterfragen
Es gibt in Österreich noch keine Fachausbildung zum Brandschutzplaner. Brandschutz ist eine Querschnittsmaterie aus vielen, mehrere Fachbereiche übergreifende Einzelgewerken. Den Nachweis einer geeigneten Fachkompetenz (Befähigung) kann man durchaus über Zusatzausbildungen und Qualifikationen, wie etwa einer aufrechten gerichtlichen Zertifizierung im Spezialgebiet des Brandschutzwesens erlangen.
Nicht ganz so dramatisch ist die Situation im Bauwesen. Es gibt Höhere Technische Lehranstalten (HTL) und Studienrichtungen auf Fachhochschulen (FH) und Technischen Universitäten (TU), womit man eine fachlich hohe Ausbildung im Bauwesen erlangen kann.

Sachverständigendienste sind personenbezogene Leistungen auf höchstem Niveau
Es hat keinen Sinn, sich eines spezialisierten Büros zu bedienen, wenn die sodann handelnden Personen nichts mehr mit dem eigentlchen Spezialisten zu tun haben. Vergleichsweise möchten Sie beim Zahnarzt auch vom Arzt behandelt werden, oder?

Wenn schon Mitarbeiter bei der Planung eingesetzt werden, dann muss jederzeit sichergestellt sein, dass deren Leistungen voll überwacht werden können. Wenn nur die erste Seite (Deckblatt) und die letzte Seite (Unterschrift) stimmen und Sie der Inhalt dazwischen traurig macht, haben Sie letztlcih nichts davon.

Befundaufnahme und Bearbeitung nur durch Experten
Bereits bei der Erhebung eines Sachverhalts (Befundaufnahmen, Kontrollen, Prüfungen, Abnahmen, u.dgl.) kommt dem Wissen und der Erfahrung des Sachverständigen eine Bedeutung zu. Dass sich nämlich aus einem "falschen" Befund auch nur ein falsches Ergebnis (z.B. Gutachten) liefern lässt, liegt auf der Hand. Lassen Sie es gar nicht so weit kommen!
Achten Sie also stets darauf, dass Erhebungen vor Ort (z.B. baubegleitende
Kontrollen, Befundaufnahmen, Analysen, etc.) nur durch Experten mit der entsprechenden Fachkompetenz erfolgen und nicht durch Delegierte. Das Ergebnis könnte sonst zu Ihrem Nachteil verfälscht werden.

Ergebnisse hinterfragen
Wenn Ihnen die Aussagen und Schlussfolgerungen entweder zu kompliziert oder gar fachlich inkompetent erscheinen, hinterfragen Sie einfach das Ergebnis. Zunächst soll ein Gutachten nicht nur für einen Fachexperten lesbar sein, sondern eigentlich für jede Person mit einem technischen Grundverständnis. Hochwissenschaftliche Expertisen sind Sache für Forschung und Wissenschaft und nicht für Planungen oder Gutachten. Gute Sachverständige bedienen sich zwar einer präzisen Sprache mit den exakten Begriffen, sie sollte aber einfach und richtig gehalten bleiben. Beispiele:

  • Panikbeschlag mit horizontaler Betätigungsstange = richtig
    Antipanikbeschlagstange = falsch
  • Feuerschutztüre = richtig
    Brandschutzabschlusstüre = falsch 
  • Druckbelüftung = richtig
    Fluchtgang-Spülanlage = falsch

​Sie können es nicht glauben, dass so etwas vorkommt? Wir haben die Belege dazu und sind manchmal auch damit befasst, das Entstandene zu sanieren.

Versicherungsschutz
Gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie sich die aufrechte Versicherungssumme zur Deckung der Planungsleistungen über eine aufrechte Haftpflichtversicherung belegen. Das ist nicht nur Ihnen gegenüber fair, sondern erklärt oft auch einen deutlichen Preisunterschied zwischen anbietenden Dienstleistern.

Das Büro der BSC GmbH hat als berufsberechtigter Baumeister jährlich Beiträge alleine zur Haftpflichtversicherung des Baumeisters in der Höhe von ca. € 7.000 zu bedienen (diese Haftpflichtversicherung ist gemäß GewO gesetzlich für Baumeister verpflichtend). Dazu kommen weitere Pflichtversicherungen z.B. als allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, etc.


Bedenken Sie also, dass alle Schriftstücke, die Ihr Projekt betreffen, einen Planungsbestandteil darstellen, für den der jeweilige Verfasser (Rechtsträger, Organisation) die Haftung übernimmt. Wenn sodann im Schadensfall keine Versicherungsdeckung besteht, entsteht erst das richtige Problem und zwar leider für Sie.
Ausgenommen von persönlichen Haftungen sind nur Bescheide, die von einer Behörde ausgestellt sind (hier kann es zu Amtshaftungsansprüchen kommen).

Vertretung vor Behörden
Auch, wenn es für Sie einfach ist, im Zuge einer Planung jemanden in Ihrem Namen und in Vollmacht zu entsenden, um Sie vor Behörden vertreten zu lassen, muss das nicht regel- und gesetzeskonform sein. Gemäß Gewerbeordnung (GewO) sind zur Vertretung seines Auftraggebers vor Behörden oder Körperschaften öffentlichen Rechts genau zwei zur Planung von Projekten befugte Berufsgruppen tatsächlich berechtigt:
Baumeister (§ 99 Abs. 1 Ziff. 6) und Ingenieurbüros (§ 134 Abs. 4).

 

In Beratungsangelegenheiten (keine Planungen) sind zur berufsmäßigen Vertretung die Unternehmensberater (§ 136 Abs. 3 Ziff. 3) berechtigt.

 

In Ausführungsangelegenheiten (keine Planungen) sind zur berufsmäßigen Vertretung die Holzbau-Meister (§ 149 Abs. 6) und die Baugewerbetreibenden (§ 99 Abs.5 als Baumeister, eingeschränkt lediglich auf ausführende Tätigkeiten) berechtigt. Dies betrifft allerdings keine Beratungs- oder Planungstätigkeiten.

Andere Rechtsberatungen und Vertretungen von Parteien sind den rechtsberatenden Berufen (zB Rechtsanwälten, Patentanwälten, Wirtschaftstreuhändern, Notaren etc.) vorbehalten und aus der Gewerbeordnung ausgenommen.

Wer gut ist, hat nichts zu verbergen
In der heutigen Zeit kommt Informationen aus dem Internet eine hohe Bedeutung zu, solange sie seriös sind. Sehen Sie sich auf der Internetseite Ihres Geschäftspartners um und bewerten Sie die dort aufbereiteten Informationen, denn es geht um Ihr Projekt und wahrscheinlich auch viel von Ihrem Geld.
Beginnen Sie zunächst mit den gesetzlich vorgesehen Pflichtinformationen (verpflichtende E-Commerce-Angaben und Impressum). Fehlende Angaben sollten Sie auf alle Fälle vorsichtig werden lassen.


Und sehen Sie sich auch an, was bereits vorab und ohne jegliche Beauftragung an fachlichen Informationen transportiert wird. Wer gut ist, hat nichts zu verbergen und stellt Ihnen eine Reihe an Informationen zur Verfügung. Sie sollten also vieles bereits am Silbertablett geliefert bekommen und nur für den eigentlichen Fachbereich und Ihr spezielles Projekt den Spezialisten brauchen.

The Rule-of-ten
Eine Erfahrungsregel aus dem Qualitätsmanagement besagt, dass die Kosten der Fehlerverhütung bzw. der Fehlerbehebung in jeder Phase eines Projekts um den Faktor 10 steigen (die "10er-Regel der Fehlerkosten"). Je früher ein Fehler entdeckt wird bzw. je früher Sie einen Spezialisten zur Vermeidung von Fehlern einbinden, desto günstiger steigen Sie letztlich aus! 
Auch, wenn unsere Leistungen nicht die Billigsten sind bzw. wir unsere Qualität nicht über den Preis unseres Mitbewerbs definieren - unser Honorar macht sich aus den Überlegungen zur Fehlervermeidung immer bezahlt.

10. Wichtige Informationen - auch im Internet