Prozesse in der Planung und der Umgang mit Fehlern

Qualitätsmanagement bedeutet nicht, Fehler durch verstärkte Anstrengung in der Kontrolle der Fertigung zu vermeiden. Das ist angesichts der Komplexität der Fertigungsprozesse, knapp bemessener Personalkapazität und zunehmender Aufgaben selten möglich. Es ist auch nicht effizient. Vielmehr muss das Potenzial genutzt werden das darin liegt, bereits die Entstehung von Fehlern durch Planung, Entwicklung und Arbeitsvorbereitung zu vermeiden.

Dabei sind Fehler Lernchancen, die genutzt werden müssen.

 

Vorausgesetzt wird dabei immer, dass die Grundidee des Qualitätsmanagements umgesetzt wird: Qualität lässt sich nur durch beherrschte Prozesse gewährleisten. Dazu müssen die Prozesse identifiziert, dokumentiert, analysiert, optimiert, auditiert und - möglichst - zertifiziert werden. Und das ist periodisch zu überprüfen bzw. zu wiederholen (P-D-C-A Regelkreis eines Managementsystems).

 

Wenn Fehler auftreten, sind nicht (nur) die unmittelbar erkennbaren Ursachen zu beseitigen, sondern die Ursachen der Ursachen (5 x „W“ oder 5 x „Warum“ fragen):

  • WAS ist genau passiert?
  • WO ist das Problem aufgetreten?
  • WANN ereignete sich der Vorfall?
  • WER war daran beteiligt? WER hat das Problem entdeckt?
  • WELCHE Auswirkungen hat es gegeben?

 

Auch interessant:

  • WARUM jemand etwas falsch machen konnte / gemacht hat,
  • WIE die Entstehung des Fehlers durch Änderungen (des Produkts, der Bestandteile / Zulieferung, der Arbeitsorganisation (der Prozesse) usw.) vermieden werden könnte
  • ...

Vorteile der 5-W-Methode:
Die Verhinderung dass man sich zu schnell mit einer gefundenen Lösung begnügt anstatt in die Tiefe des Problems zu gehen.


Nachteile der 5-W-Methode:
Sie ergibt oft nicht nur eine Ursache für ein auftretendes Problem, sondern mehrere. In solchen Fällen, muss man sich entscheiden, welchen Pfad man verfolgen will, da diese immer nur auf eine Ursache abzielt.