Eine wichtige Aufgabe des OIB ist die Mitwirkung bei der Harmonisierung der Bauvorschriften in Österreich. Die Notwendigkeit hierfür ergibt sich einerseits durch den europäischen Harmonisierungsprozess, andererseits aber auch durch innerösterreichische Erfordernisse.

Die jüngste Ausgabe der OIB-Richtlinien wurde in der Generalversammlung des OIB am 26. März 2015 unter Anwesenheit der Vertreter aller Bundesländer beschlossen (Richtlinien-Ausgabe 2015). Die Rechtsverbindlichkeit in den Bundesländern (auch in der Steiermark)  ist noch offen.

 

Die OIB-Richtlinien dienen als Basis für die Harmonisierung (Vereinheitlichung) der bautechnischen Vorschriften und können von den Bundesländern zu diesem Zweck herangezogen werden. Die Erklärung einer rechtlichen Verbindlichkeit der OIB-Richtlinien ist in der Zuständigkeit den Landesgesetzgebungen vorbehalten.

 

ACHTUNG Bautechnikverordnung 2015: Als Nachweis der Übereinstimmung eines Bauwerks mit den Allgemeinen Anforderungen an Bauwerke nach Stmk. Baugesetz 1995 gelten gemäß der Stmk. Bautechnikverordnung 2015 (LGBl. Nr. 115/2015) ab 01.01.2016 die OIB-Richtlinien aus dem Jahre 2015!
 

HINWEIS: Auch, wenn derzeit in Im Bundesland Salzburg formell keine Verbindlicherklärung erfolgte, so gelten die OIB-Richtlinien dort zumindest als "Regel der Technik". Sie sind daher anwendbar, solange keine gesetzliche Bestimmung anderes verlangt.

 

Informieren Sie sich regelmäßig über den aktuellen Stand des OIB-Regelwerks. Die Richtlinien des OIB sind dabei ein Teil des Umgangs mit den geltenden Anforderungen an Bauwerke. Womit sich aber jeder, der im Bauwesen zu tun hat, beschäftigen sollte, ist die Umsetzung der Europäischen Bauproduktenrichtlinie bzw. Europäischen Bauproduktenverordnung und somit der Umgang mit den Baustofflisten ÖA und ÖE.  

 

Richtlinientexte 2015 (in der Stmk. verbindlich ab 01.01.2016)

>>> OIB-RL 2015

 

Leitfaden 2 des OIB, Stand März 2015:

>>> Brandschutzkonzepte / Abweichungen im Brandschutz 

 

 

(frühere) Richtlinientexte 2011

>>> OIB-RL 2011

 

(frühere) Richtlinientexte 2007

>>> OIB-RL 2007

hinauf / up

Was hat sich in der Ausgabe 2015 geändert?

Das Österreichische Istitut hat eine eigene Unterlage verfasst, in der die wesentlichen Änderungen zur Vereinfachung der OIB-Richtlinien 2015 angegeben werden. Für den Brandschutz sind das durchaus gravierende Änderungen, wie beispielsweise

  • Änderungen bei der Definition der Gebäudeklassen GK 1 bis GK 5
  • Erleichterungen bei Gebäuden, die ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt werden (Entfall der max. Brandaschnittsfläche, Brandab-schnitte dürfen damit auch über mehr als 4 Geschoße geführt werden, kein geschoßweiser Außenwandbauteil in der GK 5 bei mehr als 6 Geschoßen, Änderungen bei der Ermittlung der Fluchtweglänge von 40m, etc.)
  • Einführung einer Kategorie bei Gebäuden der GK 5 mit max. 6 Geschoßen über Niveau und damit Ermöglichung des konstruktiven Holzbaus auch in der GK 5 (ohne Kapselung)
  • und andere.

Lesen Sie für genauere Informationen die Unterlage:

Holzbau in der GK 5 bis 6 Geschoße möglich

Im direkten Vergleich der Regelungen in den Tabellen 1b der Ausgaben aus 2011 und 2015 wird ersichtlich, dass durch die Aufgliederung der GK 5 in "max. 6 oberirdische Geschoße" und "mehr als 6 oberirdische Geschoße"
•    zum Teil präziser bzw. leichter erkennbar wird, was bisher für die obersten zwei Geschoße bereits Gültigkeit hatte und anerkannt wurde
•    und nunmehr neu sein wird (Ausgabe 2015), dass tragende Bauteile des gesamten Gebäudes (z.B. als konstruktiver Holzbau) in der Gebäudeklasse 5 mit max. 6 Geschoßen nicht mehr "gekapselt" sein müssen.
Bisher wurden Teile dieser Erleichterungen nur in einer Fußnote dargestellt und sind diese nunmehr im Klartext der Tabelle sichtbar. 

 

Die  veröffentlichten OIB-Richtlinien 2015 kommen einer langen Forderung, nämlich den konstruktiven Holzbau auch in der GK 5 zu ermöglichen, nach und führen klare Erleichterungen für Gebäude mit max. 6 Geschoßen über Erdniveau ein. Damit wäre der konstruktive Holzbau grundsätzlich möglich, ohne die bis dato zusätzliche und kostenintensive Kapselung (Verkleidung) der Holzkonstruktionen. Im Detail müssen aber bei der Technischen Gebäudeausstattung (TGA) besondere Planungsschritte gesetzt werden, nämlich für die Durchführung von Leitungsanlagen und deren Brandabschottungen in Trennwänden und Trenndecken (Achtung: das sind "Leichte Decken" und damit liegen keine genormten Prüfkonfigurationen vor).

"Eigene Lösungen" zu erarbeiten wird notwendig sein, da es derzeit kaum Zulassungen für Brandabschottungen im konstruktiven Holzbau und im Besonderen nicht in Leichtdecken gibt. Ein Lösungsansatz wäre dabei, dass man Leitungsanlagen ausschließlich über vertikale Schächte führt und generell nicht unmittelbar durch Decken dringt.

Das ist eine der großen Herausforderungen für die Planung und die Ausführung bei Bauwerken, die im konstruktiven Holzbau errichtet werden sollen.

 

hinauf / up